#WundersamesBücherABC: Buchstabe A

Jede Woche am selben Ort (auf dieser Seite) und ca. zur selben Zeit (auf jeden Fall immer mittwochs) werde ich – wie auf Facebook bereits angekündigt – ein Buch vorstellen und zwar in alphabetischer Reihenfolge. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich das Buch bereits gelesen habe oder nicht, ob ich es geschenkt, gewonnen oder gekauft habe, wie jung oder alt es ist…Hauptsache das Buch steht (oder liegt) in meinem Regal. Die Beiträge werden immer mit dem Hashtag #WundersamesBücherABC gekennzeichnet.

Und los geht’s 😀

Buchstabe A wie in…

… „Arya&Finn – Im Sonnenlicht“ von Lisa Rosenbecker

Verlag: Drachenmond Verlag

ISBN: 978-3-95991-134-4

Klappentext:

„Arya hat ihre Zukunft als Leibwächterin klar vor Augen: Sie will ihrer Freundin Elena um jeden Preis zur Seite stehen. Schon seit vielen Jahren bereitet sie sich darauf vor und nimmt sogar ihre verhasste Gabe in Kauf, die ein gut behütetes Geheimnis ist. Ebenso wie Elenas wahre Herkunft.

Aus diesem Grund lässt sich Arya auf eine Reise ein, bei der sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft konfrontiert wird. Denn ihr Reisegefährte Finn weckt unbekannte Gefühle in ihr.

Doch während Arya versucht auf ihr Herz zu hören, kristallisiert sich eine Bedrohung für das gesamte Königreich heraus, der sich die Gefährten am Ende gemeinsam stellen müssen.“

(Quelle: drachenmond.de)

Warum ich das Buch gekauft habe?

Dieses Buch war in meiner ersten und bislang auch einzigen Drachenpost, die ich von meinem Freund zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Sobald ich mal wieder ein bisschen Geld auf der Seite habe, werde ich mir aber bestimmt auch mal selber eine Drachenpost kaufen, da ich ech begeistert davon war!

Habe ich das Buch bereits gelesen?

Bislang leider noch nicht, aber ich habe mir gerade beim schreiben gedacht, dass das schnell geändert werden muss. Es liegt also zur Zeit immer noch auf meinem SuB.

Warum ich es lesen möchte?

Es sind drei Aspekte, warum ich das Buch unbedingt jetzt endlich mal lesen möchte:

  1. Ich wurde bislang noch von keinem Buch aus dem Drachenmond Verlag enttäuscht.
  2. Das Cover ist ein Traum! Geheimnisvoll, aber nicht zu düster, einfach Hammer! (Außerdem ist die Innengestaltung auch sehr liebevoll gemacht)
  3. Der Klappentext klingt echt toll und verspricht eine spannende und gleichzeitig romantisch angehauchte Geschichte um eine selbstlose Protagonistin und ihren attraktiven– wie ich ihn mir jetzt schon mal vorstelle – Reisegefährten.

FunFact:

Außerdem hat mir die sehr sympathische Autorin des Buches einen kleinen interessanten und wie ich finde auch lustigen Einblick in die Entstehungsgeschichte von „Arya&Finn“ gegeben, aber lest am besten selbst:

“Das erste Mal, dass ich den beiden begegnet bin, war in einem Traum. Die Szene, in der die beiden im Wald übernachten und Finn Arya „heimlich“ beim Training zusieht, hat mich in den Wahnsinn getrieben, weil ich ständig aufgewacht bin und eine ruhige Nacht in weiter Ferne war. Erst als ich die Szene dann um 3 Uhr nachts in meinen Computer eingetippt hatte, haben die beiden mich in Ruhe weiterschlafen lassen. Bis daraus dann das fertige Buch wurde, vergingen ein paar Jahre. Ganz am Anfang hießen die beiden übrigens Kasna & Ren. Aber mit der Zeit wurde mir klar, dass diese Namen nicht passen und dann habe ich mich aufgrund eines Bauchgefühls für die anderen entschieden.“ – Lisa Rosenbecker

[Rezensionsexemplar] Rezension: “Über alle Grenzen: Anna und Yasin” von Maya Shepherd (Shorter Version)

Infos

Titel: „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“

Autorin: Maya Shepherd

Verlag: Sternensand Verlag

Seitenanzahl: 544 Seiten

ISBN:

e-Book: 978-3-906829-46-3

Taschenbuch: 978-3-906829-47-0

Preis:

e-Book: 6,99€

Taschenbuch: 14,95€

Klappentext

„Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt.

Eine Liebe, die unter die Haut geht.

Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.

Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn.

Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.“

(Quelle: www.sternensand-verlag.ch)

Meine Meinung

Durch den tollen Sternensand Verlag und die Autorin Maya Shepherd selbst bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Zuerst war ich jedoch etwas skeptisch, denn das „Thema Flüchtlinge“ wurde und wird sehr viel diskutiert und doch wird es zu dieser Thematik wahrscheinlich nie die eine „richtige“ Meinung geben. Wie die Autorin im Nachwort so schön schreibt: „Jeder ist einzigartig“. Deshalb sollte man einfach nicht verallgemeinern, denn das wird uns nie möglich sein, ohne irgendjemandem Unrecht zu tun. Und das verdeutlicht auch dieses Buch.

Maya zeigt uns mit dieser Geschichte nicht nur Positives, sondern auch die Schattenseite und gleichzeitig war es keine reine Schwarz-Weiß-Malerei von ihr. Ich denke, die Autorin wollte hier gewollt keine Meinung angeben oder Stimmung beim Leser/der Leserin verursachen, nicht einfach die ganze Situation verschönern und unser Mitgefühl erwecken, sondern sie wollte zum Nachdenken anregen. So habe ich es jedenfalls empfunden. Nachdenken über ein Thema vor dem viele – mich eingeschlossen – schon langsam einfach nur mehr die Augen verschließen wollen. Weil es einfacher ist. Weil es zu weniger Diskussionen ohne zufriedenstellendem Ende führt.

Doch Maya Shepherd konnte mich wieder zum Nachdenken und gleichzeitig zum Lesen anregen, indem sie hier keine „Angstmache“ abzieht oder nur Mitgefühl erwecken will, sondern bei diesem Buch handelt sich um eine wunderschöne und gleichzeitig herzzerreißende Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten und gleichzeitig so viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Probleme des Zusammenlebens von „Einheimischen“ und Flüchtlingen, sowie die positiven Aspekte dessen werden in dieser Geschichte nicht einfach direkt angesprochen oder aufgezählt, sondern sind häufig im Kontext zwischen den Zeilen zu finden. Und es geht hier nicht hauptsächlich um Yasin und seine Vergangenheit. Sondern es geht hier auch um Anna, eine 17-jährige, gebürtige Berlinerin, ud um Anna UND Yasin. Annas Geschichte steht für mich aber im Vordergrund. Ja, auch Yasins Geschichte wird von einem auktorialem Erzähler wiedergegeben, das geschieht in separaten Kapiteln. Für mich waren diese Passagen sehr interessant und erschütternd zugleich, jedoch wirkten sie auf mich mehr wie eine Erklärung, damit man mehr über Yasin erfährt, denn sonst würde man seine Geschichte – aus seinen Gesprächen mit Anna – nur sehr schleppend erfahren.

Wie erwähnt, ist für mich Anna die wahre Hauptperson des Buches, also kommen wir zuerst zu ihr:

Anna

Ihre Eltern haben sich scheiden gelassen, ihr Leben, wie sie es bisher gekannt hat, zerbricht von einem Tag auf den anderen in tausend Teile, denn als wäre die Scheidung nicht schon schlimm genug, muss sie nun auch noch in einer neuen Stadt ohne ihre Freunde zurechtkommen. Vielleicht wirkt Manches, was sie tut oder denkt auf einige LeserInnen etwas übertrieben und deshalb nicht zu gut nachvollziehbar. Aber man sollte, finde ich, beim Lesen immer im Hintergrund behalten, dass sie erst 17 Jahr alt ist. In diesem Alter möchte man zwar schon erwachsen stark und selbstständig sein, aber man ist es meistens noch nicht. Annas Leben wird zusätzlich von Angst und Wut bestimmt. Darin gibt es keinen Platz für Vertrauen und Liebe. Wie Maya Shepherd es hin und wieder auch im Buch formuliert hat, ist Yasin Annas Silberstreif am Horizont, der sie nicht gänzliche in ein schwarzes Loch fallen lässt. Ich fand Anna sehr sympathisch und außerdem realistisch gestaltet. Hin und wieder habe ich zwar etwas über Gedanken von ihr seufzen müssen, aber eher im Sinne von Mitfühlen und das man ihr so gerne sagen würde, dass sie auch mal das Gute sehen sollte.

Yasin

Dieser Junge bzw. junge Mann hat in seinem Leben schon unglaublich viel mitgemacht, ich könnte es ihm nicht verdenken, wenn er dadurch den Glauben an die Menschheit verloren hätte. Aber das hat er nicht. Ganz im Gegenteil. Yasin ist ein gutmütiger, friedvolle Mensch, der nur seine Liebsten beschützen und jedem Streit aus dem Weg gehen möchte. Er sieht was er hat und ist damit zufrieden, ohne sich dadurch unglücklich zu machen, indem er sich immer das wünscht was er nicht haben kann. Ihm ist es möglich, die schönen Seiten des Lebens hervorzuheben und die schlimmen nicht zu dicht an sich heranzulassen.

Einteilung/Kapitel

Die einzelnen Kapitel spielen zu unterschiedlichen Zeit an unterschiedlichen Orten. Man kennt sich aber super aus, da unter der Kapitelüberschrift wie bei einem Logbucheintrag das Datum und der Ort angeführt sind. Manche Kapitel erzählen von Yasins Flucht aus dem Kosovo nach Deutschland, andere spielen in der „Gegenwart“ und sind in der Ich-Form aus Annas Sicht geschrieben. So erfährt man besonders viel über Annas familiäres Verhältnis, ihre Gedanken- und Gefühlswelt, sowie ihr Verhalten. Auch lernt man so al LeserIn Yasin das erste Mal kennen.

Schreibstil

Maya Shepherd erzählt Anna und Yasins Geschichte relativ einfach und doch sehr emotional. Ich finde die Wortwahl passt sehr gut zu Annas Alter wäre auch irgendwie befremdlich, wenn sie wie ein 60-Jähriger Uni-Professor reden und denken würde.

Lesefluss/Spannung

Anfangs geht es etwas ruhig dahin, einzig die Passagen über Yasins Flucht sind richtig spannungsgeladen, in den anderen Kapiteln geht es anfangs eher darum, dass man die Personen besser kennenlernt und man Annas Situation verstehen kann. Das Buch wird dann aber von Seite zu Seite fesselnder und ca. ab dem letzten Drittel konnte ich es wirklich kaum mehr aus der Hand legen. Daran waren vor allem die kurzen Kapitelüberschriften Schuld, die dazu geführt haben, dass ich diverse Vermutungen am Anfang des Kapitels angestellt habe und dann unbedingt sofort wissen musste, ob ich recht behalten würde oder nicht.

Sonstiges

Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass zwar Yasin ein „Vorzeige-Asylwerber“ ist, jedoch trotzdem schlimme Vorfälle geschildert werden und man merkt, dass JEDER Mensch individuell ist, egal von wo er/sie kommt. Auch die Nebencharaktere habe sehr viel Schwung in die Geschichte gebracht sowie Potenzial für Auseinandersetzungen, denn nicht jeder ist immer gleicher Meinung und manche wollen immer nur das Beste für sich selbst. Weiters lernt an, dass man erst in schweren Zeiten erfährt, welche Menschen wahre Freunde sind, wer immer zu einem hält. Außerdem wird nicht nur de Flüchtlingsthematik behandelt, sondern es ging auch um Probleme wie den Unterschied zwischen arm und reich, die teils sehr komplizierte Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern sowie zwischen den Geschwistern. Auch selbstverletzendes Verhalten und Hilflosigkeit werden in der Geschichte angesprochen und nicht kurz als unwichtig abgetan, sondern detailliert thematisiert.

Fazit

Eine schöne und gleichzeitig dramatische Liebesgeschichte von zwei Jugendlichen, die nur zusammen ganz sein können in einem Buch das zum Nachdenken anregt.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

Vielen Dank, Maya Shepherd, für das E-Book als Rezensionsexemplar!

[Rezensionsexemplar] Rezension: „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ von Maya Shepherd (Long Version)

Infos

Titel: „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“

Autorin: Maya Shepherd

Verlag: Sternensand Verlag

Seitenanzahl: 544 Seiten

ISBN:

e-Book: 978-3-906829-46-3

Taschenbuch: 978-3-906829-47-0

Preis:

e-Book: 6,99€

Taschenbuch: 14,95€

Klappentext

„Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt.

Eine Liebe, die unter die Haut geht.

Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.

Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn.

Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.“

(Quelle: www.sternensand-verlag.ch)

Meine Meinung

Durch den tollen Sternensand Verlag und die Autorin Maya Shepherd selbst bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Zuerst war ich jedoch etwas skeptisch, denn das „Thema Flüchtlinge“ wurde und wird sehr viel diskutiert und doch wird es zu dieser Thematik wahrscheinlich nie die eine „richtige“ Meinung geben. Wie die Autorin im Nachwort so schön schreibt: „Jeder ist einzigartig“. Deshalb sollte man einfach nicht verallgemeinern, denn das wird uns nie möglich sein, ohne irgendjemandem Unrecht zu tun. Und das verdeutlicht auch dieses Buch. Zuerst wollte ich fast schreiben: ‘Yasin ist nicht „wie alle andern“’. Aber wie sind „alle andern“ eigentlich? Sind denn wirklich alle oder der Großteil, wie diese „alle“?

Es soll hier gar nicht zu sehr um die Thematik an sich, sondern um das Buch „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ gehen und wie dieses Thema im Buch aufgegriffen und behandelt wird. Trotzdem möchte ich euch kurz meine Gedanken schildern, die mir vor und während des Lesens durch den Kopf gegangen sind, denn ich war mir wirklich unsicher, ob das Buch etwas für mich sein könnte.

(An all jene, die sich jetzt denken „Alter, kann die mal zum Labern aufhören?“: Es gibt auch eine gekürzte Rezension, die ebenfalls auf meinem Blog zu finden ist)

Vielleicht denken einige von euch, sie wollen schlichtweg nichts mehr über dieses Thema hören – egal ob positiv oder negativ… Auch ich hatte genug davon. Ich versuche grundsätzlich immer das Gute in den Menschen zu sehen, aber dann wurde (und wird) immer wieder von furchtbaren, völlig schrecklichen, verwerflichen Dingen berichtet – sowohl was die Kriegsführenden, als auch Menschen, die geflüchtet sind, betrifft – die auch mich nicht einfach unberührt ließen. Ich selbst kenne ein paar Flüchtlinge, jedoch nicht besonders gut, trotzdem weiß ich, dass nicht alle gleich sind. Einen kenne ich wirklich persönlich, der ein Beispiel für die wirklich guten, hilfsbereiten und schlichtweg netten Menschen auf dieser Welt ist. Ich hatte Angst, als ich ihn kennenlernte, dass ich ihn als Flüchtling sehen könnte, und nicht als ganz normalen Menschen, aber vom ersten Moment an, habe ich ihn als die Person gesehen, die er eben ist, egal woher er kommt. Doch bis zum ersten Kennenlernen wusste ich selbst nicht, ob ich alle Vorurteile überwinden können werde, deshalb habe ich auch an einigen Stellen Annas Gedanken im Buch sehr gut nachvollziehen können. Aber es nicht alle Menschen wollen überhaupt auch nur irgendetwas mit Flüchtlingen zu tun haben und es sind nicht alle, die irgendwo hier in Europa Asyl ansuchen, „gute“ Menschen. Ich verschließe die Augen davor nicht. Es gibt wie überall auch schwarze Schafe unter den Asylwerbern, die bewirken können, dass sich das Bild von einer ganzen Volksgruppe verdüstert. Aber es sind eben nicht alle so.

Und das ist es, was mir auch an diesem Buch besonders gut gefallen hat: Maya zeigt uns mit dieser Geschichte nicht nur das Positive, sondern auch die Schattenseite und gleichzeitig war es keine reine Schwarz-Weiß-Malerei von ihr. Ich denke, die Autorin wollte hier gewollt keine Meinung angeben oder Stimmung beim Leser/der Leserin verursachen, nicht einfach die ganze Situation verschönern und unser Mitgefühl erwecken, sondern sie wollte zum Nachdenken anregen. So habe ich es jedenfalls empfunden. Nachdenken über ein Thema zu dem viele – mich eingeschlossen – schon langsam einfach nur mehr die Augen verschließen wollen. Weil es einfacher ist. Weil es zu weniger Diskussionen ohne zufriedenstellendem Ende führt.

Doch Maya Shepherd konnte mich wieder zum Nachdenken und gleichzeitig zum Lesen anregen, indem sie hier keine „Angstmache“ abzieht oder nur Mitgefühl erwecken will, sondern bei diesem Buch handelt sich um eine wunderschöne und gleichzeitig herzzerreißende Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten und gleichzeitig so viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Probleme des Zusammenlebens von „Einheimischen“ und Flüchtlingen, sowie die positiven Aspekte dessen werden in dieser Geschichte nicht einfach direkt angesprochen oder aufgezählt, sondern sind häufig im Kontext zwischen den Zeilen zu finden. Und es geht hier nicht hauptsächlich um Yasin und seine Vergangenheit. Sondern es geht hier auch um Anna, eine 17-jährige, gebürtige Berlinerin, ud um Anna UND Yasin. Annas Geschichte steht für mich aber im Vordergrund. Ja, auch Yasins Geschichte wird von einem auktorialem Erzähler wiedergegeben, das geschieht in separaten Kapiteln. Für mich waren diese Passagen sehr interessant und erschütternd zugleich, jedoch wirkten sie auf mich mehr wie eine Erklärung, damit man mehr über Yasin erfährt, denn sonst würde man seine Geschichte – aus seinen Gesprächen mit Anna – nur sehr schleppend erfahren.

Wie erwähnt, ist für mich Anna die wahre Hauptperson des Buches, also kommen wir zuerst zu ihr:

Anna

Ihre Eltern haben sich scheiden gelassen, ihr Leben, wie sie es bisher gekannt hat, zerbricht von einem Tag auf den anderen in tausend Teile, denn als wäre die Scheidung nicht schon schlimm genug, muss sie nun auch noch in einer neuen Stadt ohne ihre Freunde zurechtkommen. Vielleicht wirkt Manches, was sie tut oder denkt auf einige LeserInnen etwas übertrieben und deshalb nicht zu gut nachvollziehbar. Aber man sollte, finde ich, beim Lesen immer im Hintergrund behalten, dass sie erst 17 Jahr alt ist. In diesem Alter möchte man zwar schon erwachsen stark und selbstständig sein, aber man ist es meistens noch nicht. Annas Leben wird zusätzlich von Angst und Wut bestimmt. Darin gibt es keinen Platz für Vertrauen und Liebe. Wie Maya Shepherd es hin und wieder auch im Buch formuliert hat, ist Yasin Annas Silberstreif am Horizont, der sie nicht gänzliche in ein schwarzes Loch fallen lässt. Ich fand Anna sehr sympathisch und außerdem realistisch gestaltet. Hin und wieder habe ich zwar etwas über Gedanken von ihr seufzen müssen, aber eher im Sinne von Mitfühlen und das man ihr so gerne sagen würde, dass sie auch mal das Gute sehen sollte.

Yasin

Dieser Junge bzw. junge Mann hat in seinem Leben schon unglaublich viel mitgemacht, ich könnte es ihm nicht verdenken, wenn er dadurch den Glauben an die Menschheit verloren hätte. Aber das hat er nicht. Ganz im Gegenteil. Yasin ist ein gutmütiger, friedvolle Mensch, der nur seine Liebsten beschützen und jedem Streit aus dem Weg gehen möchte. Er sieht was er hat und ist damit zufrieden, ohne sich dadurch unglücklich zu machen, indem er sich immer das wünscht was er nicht haben kann. Ihm ist es möglich, die schönen Seiten des Lebens hervorzuheben und die schlimmen nicht zu dicht an sich heranzulassen.

Einteilung/Kapitel

Die einzelnen Kapitel spielen zu unterschiedlichen Zeit an unterschiedlichen Orten. Man kennt sich aber super aus, da unter der Kapitelüberschrift wie bei einem Logbucheintrag das Datum und der Ort angeführt sind. Manche Kapitel erzählen von Yasins Flucht aus dem Kosovo nach Deutschland, andere spielen in der „Gegenwart“ und sind in der Ich-Form aus Annas Sicht geschrieben. So erfährt man besonders viel über Annas familiäres Verhältnis, ihre Gedanken- und Gefühlswelt, sowie ihr Verhalten. Auch lernt man so al LeserIn Yasin das erste Mal kennen.

Schreibstil

Maya Shepherd erzählt Anna und Yasins Geschichte relativ einfach und doch sehr emotional. Ich finde die Wortwahl passt sehr gut zu Annas Alter wäre auch irgendwie befremdlich, wenn sie wie ein 60-Jähriger Uni-Professor reden und denken würde.

Lesefluss/Spannung

Anfangs geht es etwas ruhig dahin, einzig die Passagen über Yasins Flucht sind richtig spannungsgeladen, in den anderen Kapiteln geht es anfangs eher darum, dass man die Personen besser kennenlernt und man Annas Situation verstehen kann. Das Buch wird dann aber von Seite zu Seite fesselnder und ca. ab dem letzten Drittel konnte ich es wirklich kaum mehr aus der Hand legen. Daran waren vor allem die kurzen Kapitelüberschriften Schuld, die dazu geführt haben, dass ich diverse Vermutungen am Anfang des Kapitels angestellt habe und dann unbedingt sofort wissen musste, ob ich recht behalten würde oder nicht.

Sonstiges

Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass zwar Yasin ein „Vorzeige-Asylwerber“ ist, jedoch trotzdem schlimme Vorfälle geschildert werden und man merkt, dass JEDER Mensch individuell ist, egal von wo er/sie kommt. Auch die Nebencharaktere habe sehr viel Schwung in die Geschichte gebracht sowie Potenzial für Auseinandersetzungen, denn nicht jeder ist immer gleicher Meinung und manche wollen immer nur das Beste für sich selbst. Weiters lernt an, dass man erst in schweren Zeiten erfährt, welche Menschen wahre Freunde sind, wer immer zu einem hält. Außerdem wird nicht nur de Flüchtlingsthematik behandelt, sondern es ging auch um Probleme wie den Unterschied zwischen arm und reich, die teils sehr komplizierte Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern sowie zwischen den Geschwistern. Auch selbstverletzendes Verhalten und Hilflosigkeit werden in der Geschichte angesprochen und nicht kurz als unwichtig abgetan, sondern detailliert thematisiert.

Fazit

Eine schöne und gleichzeitig dramatische Liebesgeschichte von zwei Jugendlichen, die nur zusammen ganz sein können in einem Buch das zum Nachdenken anregt.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

Vielen Dank, Maya Shepherd, für das E-Book als Rezensionsexemplar!

[Rezensionsexemplar] Rezension: „Filguri: Spiel mit dem Schicksal“ von Eva Maria Klima

Infos:

Titel: “Filguri: Spiel mit dem Schicksal”

Autorin: Eva Maria Klima

(https://www.eva-maria-klima.at/)

Seitenanzahl: 279 Seiten (E-Book)

Klappentext:

“Mariella besitzt außergewöhnliche magische Fähigkeiten. Sie lebt mit ihren Eltern in einem verlassenen Kloster in den Bergen Tibets. Doch als sie herausfindet, warum ihre Eltern zeitweise von einer unaussprechlichen Trauer heimgesucht werden, trifft sie einen folgenschweren Entschluss. Sie verlässt ihr idyllisches Zuhause und gerät ins Kreuzfeuer zweier mächtiger Männer, die eine enorme körperliche Anziehung auf sie ausüben. Geblendet von ihren Gefühlen, findet sie sich plötzlich in einer scheinbar ausweglosen Situation wieder.
Ein Brief, der das ganze Leben verändert. Ein vergessenes Familiengeheimnis und eine Frau, deren Herkunft nicht bekannt werden darf.”

Quelle: Amazon.de

Meine Meinung:

Hach, ich habe echt eine Weile darüber nachgrübeln müssen, wie ich meine Meinung zu diesem Buch gut rüberbringe ohne zu negativ oder zu positiv zu klingen. Denn es hat einiges gegeben, was mir an diesem Buch echt gut gefallen hat, aber so manches hat mich auch gestört.

Fangen wir mit den Figuren an…

Grundsätzlich finde ich die Figuren in diesem Buch sehr spannend! Die verschiedenen „Wesen“, die in diesem Buch vorkommen, wie Drachen, Filguri, Vampire etc. laden die LeserInnen in eine magische Welt, die sich doch an uns bekannten oder zumindest mehr oder weniger realen Schauplätzen abspielt, ein. Wir lernen in diesem Buch viele teils sehr unterschiedliche Charaktere kennen. Manche von ihnen werden sehr genau beschrieben, bei anderen sind noch die ein oder anderen Fragen offen, die womöglich im zweiten Teil der Geschichte beantwortet werden. An dieser Stelle sei gesagt, dass es sich bei „Filguri“ um ein Spin-Off der Peris Night Reihe der Autorin Eva Maria Klima handelt. Ich habe diese Reihe nicht gelesen, jedoch sollte das für’s Lesen von Filguri kein Problem sein. Ich weiß aber natürlich dadurch leider nicht, ob altbekannte Figuren wieder auftauchen oder nicht.

Was mich an manchen Charakteren aus dem Buch jedoch gestört hat, sind ihre Namen. Irgendwie hat es meinem Lesegenuss etwas geschadet, dass eine Person Hugorio heißt, sein Gegenüber dann aber wieder Melanie, was für mich ja ein ziemlich gewöhnlicher Name ist. Nichts gegen Melanies, aber ich fand es nur teilweise unpassend, dass sehr einfallsreiche und auch magisch klingende Namen mit solchen vermischt werden, die man andauernd im realen Leben hört. Außerdem war der Name Tetlef einfach echt nicht meins. Ich weiß nicht, ob es an der Schreibweise oder dem Namen für diesen Charakter allgemein liegt, aber dieser Name hat mir immer wieder mein Bild zerrüttet, welches ich eigentlich von dieser Person – aus dem Buch – gehabt habe.

Weiters fand ich Mariellas Entwicklung leider nur wenig nachvollziehbar. Anfangs wirkt sie so jung, verletzlich und naiv, dass ich sie – vor einer Alterangabe im Buch – auf maximal 15 Jahre geschätzt hätte, aber eigentlich ist sie Anfang 20! Im Laufe der Geschichte wird sie dann aber plötzlich ziemlich taff und ist – wie sie es selbst nennt – ein Sexfan, was ziemlich deutlich wird. Auf mich hat sie hin und wieder leider als etwas zu leicht zu haben gewirkt, was mich gestört hat, da ich sie dann manchmal einfach nicht ernst nehmen konnte.

Die Geschichte an sich und der Lesefluss

Wie schon kurz erwähnt, konnten mich die magische Welt und die darin vorkommenden Wesen in diesem Buch begeistern und trotz der oben genannten Kritikpunkte (die Charaktere betreffend), konnte mich die Story in ihren Bann ziehen. Das zeugt von einem angenehmen Schreibstil und spannenden Wendungen, sowie gut beschriebenen Schauplätzen, denn normalerweise kann mich keine Geschichte fesseln, in der mich die Protagonisten nicht gänzlich überzeugen können. Hier wurde ich jedoch positiv überrascht und habe ein ziemlich hohes Lesetempo hingelegt, auch habe ich sogar mal in der kurzen Mittagspause die Zeit zum lesen genutzt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Alles in allem hat mir die Idee der Geschichte sehr gut gefallen. Was ich auch erwähnen möchte, ist, dass das Buch mehr als nur einen fiesen Cliffhanger hat. Es hat mich nicht nur mit einigen Fragen zurückgelassen, sondern es hat auf mich fast ein wenig so gewirkt, als wäre einfach ein Schnitt durch die Geschichte gemacht worden. Zack, bumm, Ende. Ich dachte echt, es würden noch so 10 bis 20 Seiten kommen, aber nein. Das fand ich ein wenig schade, da ich wirklich erst einmal nachschauen musste, ob ich nicht vielleicht doch etwas übersehen habe, oder ob das wirklich das Ende von diesem Buch ist. es war wirklich das Ende vonBand 1… Wenigstens gibt es eine Fortsetzung!

Was mir wiederum gut gefallen hat, sind die magischen Kräfte der Drachen und Filguri und wie diese von der Autorin beschrieben werden. Immer wieder tauchten neue Fähigkeiten auf, die von diversen Personen genutzt werden konnten oder verheimlicht werden mussten.

Fazit:

Auch wenn es einige Aspekte an diesem Buch gibt, die ich mir anders wünschen würde und die mich etwas gestört haben, fand ich „Filguri: Spiel mit dem Schicksal“ trotz allem spannend und ich habe es grundsätzlich auch gerne gelesen. Es ist schwer zu erklären, das Buch und ich haben eine etwas komplizierte Beziehung zueinander während des Lesens entwickelt, aber ich werde trotz der Kritikpunkte Band 2 lesen und freue mich auch schon darauf. Ich bin sehr gespannt, ob ein paar Dinge meiner Meinung nach in Band 2 besser umgesetzt sind! Alles in allem eine empfehlenswerte Geschichte, wenn man mit der so unterschiedlichen Namensgebung und Mariellas „Freizügigkeit“ (ich finde irgendwie kein passendes Wort dafür) umgehen kann, bzw. wenn man diese Aspekte nicht als den Lesefluss störend empfindet.

Ich gebe diesem Buch 3,5 von 5 möglichen Sternen, da ich trotz einiger Kritikpunkte gut unterhalten wurde.