Rezension (Rezensionsexemplar): “Herrscherin der tausend Sonnen” von Rhoda Belleza

Verlag: cbt Kinder- und Jugendbuchverlag

Seitenanzahl: 400 Seiten (Paperback)

ISBN: 978-3-570-16470-9

Band 2: Rebellin der tausend Sonnen (erscheint am 25.06.2018)

 

©cbt Kinder- und Jugendbuchverlag

Bildquelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Herrscherin-der-tausend-Sonnen/Rhoda-Belleza/cbt/e495476.rhd

Meine Meinung:

Die Story

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob mir das Buch gefallen wird, da ich eher Fantasy als Science Fiction lese. Gleich zu Beginn wurden so viele verschiedene Planeten, Namen, Verträge und Kriege zwischen den Planeten erwähnt, dass ich befürchtet habe, ich könne mir das niemals alles merken. Und doch habe ich relativ schnell in die Geschichte hineingefunden. Die wichtigste Triebkraft, welche die Protagonistin Rhiannon Ta’an, kurz: Rhee, zu dem treibt, was sie eben alles so macht, ist die Rache. Genauer gesagt die Rache gegen den Mörder ihrer Familie, die gleichzeitig die königliche Familie war. Rhee ist also die letzte Überlebende der Ta’an Dynastie, doch bis sie alt genug für den Thron ist, regiert Seotra, ein alter Freund und Berater von Rhees Vater, den sie jedoch für den Mörder ihrer Familie hält und deshalb verabscheut. Ihr Plan ist es, alles zu tun, um ihn zu töten.

Meine Befürchtungen, dass Buch könnte mir nicht gefallen, wurden aber zerstört. Ich fand es sehr spannend mit zu erleben, wie Rhee durch das halbe Universum (gefühlt) unterwegs ist, um endlich Rache zu nehmen und gleichzeitig zu einer Flüchtigen wird. Außerdem fand ich es sehr interessant, dass man gleichzeitig mit dem Piloten Alyosha alle möglichen Abenteuer erlebt, denn er wird ohne sein Zutun unweigerlich in Rhees Schicksal hineingezogen und doch laufen die Geschichten der beiden parallel und nicht direkt mit einander verbunden ab, was sich aber meinen eigenen Vermutungen nach im zweiten Band ändern wird. So weit ich weiß, ist dieses Buch nämlich Band 1 einer Trilogie.

Die Charaktere

Die Protagonisten sind Rhee und Aly, die auf den ersten Blick eigentlich nichts miteinander zu tun haben, sie ist Prinzessin und Thronfolgerin, er Pilot und Fernsehstar. Doch ihre Leben verstricken sich miteinander, ohne dass sie direkt etwas miteinander zu tun haben oder miteinanderarbeiten.

Rhee

Ich mag Rhee. Sie ist eine starke junge Frau, die jedoch teils doch sehr naiv sein kann. Sie ist von ihrem Trainer Veyron und ihrer Gouvernante Tai Simone erzogen worden und lebte alles in allem eine eher sorgenfreie Kinderheit. Wäre da nicht der Tod ihrer Familie gewesen. Ihre Eltern, sowie ihre ältere Schwester sind bei einem Attentat getötet worden. Sie sollte eigentlich auch auf dem Raumschiff sein, war es durch einen Zufall aber nicht und nur so konnte sie ihrer eigenen Tötung entkommen. Doch immer wieder wünscht sie sich, dass sie an der Seite ihrer Familie gewesen wäre, als das Unglück passiert ist. Ihre Gedanken sind bestimmt von der gewünschten Rache am Thronfolger Seotra, denn sie ist sich sicher, dass er ihre Familie ermorden ließ. Als sie sich zu ihm begeben soll, um ihre Krönung zu feiern, nimmt sie sich vor, dass sie ihn eigenhändig umbringen und so für den Mord ihrer Familie büßen lassen wird. Doch dann kommt alles anders als gepant.

Rhee erkennt schnell, dass die Rollen anders als erwartet verteilt sind und es wird immer schwieriger zu erkennen, wer auf ihrer Seite ist und wer ihren Tod will.

 

Alyosha

Aly ist Pilot (und Soldat) und gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Vincent ist er ein Fernsehstar, denn das Leben der beiden, als Soldaten, auf einem Raumschiff wird durchgehend von Kameras mitverfolgt. So wurden die beiden jungen Männer zu den Stars einer der beliebtesten Realityshows. Aly ist ursprünglich ein Flüchtling vom Planeten Wraeta, welcher mehr oder weniger zerstört wurde und nur der Ausbeute durch die reicheren Planeten diente. Deshalb ist Aly kein besonders angesehender Mann, was seine Herkunft betrifft, welche er stets zu verheimlichen versucht. Als es dann zu einem Attentat an Prinzessin Rhiannon kommt ist der Sündenbock schnell gefunden: der zu verabscheuende Wraetaner Alyosha soll für das Verbrechen verantwortlich sein. Dadurch wird Aly von einem Moment auf den anderen von Fernsehstar zum meist gesuchtesten Mann der Galaxie. Schon findet er sich selbst wieder einmal als Flüchtling wieder. Auch Aly fand ich sehr sympathisch und ich habe richtig mit ihm mitgefiebert, dass er nicht erwischt wird. Er hat wirklich ein besseres Leben verdient. Ich hoffe, in den Folgebänden noch mehr über ihn und seine Vergangenheit zu erfahren und bin gespannt, wie sich sein Leben in Zukunft entwickelt und ob ihm noch mehr schlimme Dinge zustoßen denn die Flucht ist wirklich alles andere als ein Spaziergang, bereits in Band 1.

Schreibstil

Ich kann es kaum glauben, dass dieses Buch Rhoda Bellezas Debüt ist. Ihr Schreibstil gefällt mir echt super gut, man kann das Buch sehr schnell und einfach lesen und doch wirkt kein einziger Satz banal. Weiters hat sie die Geschichte sehr fesselnd geschrieben, spätestens ab der Hälfte wollte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Natürlich kann ich jetzt nur über die deutsche Übersetzung reden, denn das Buch wurde von Michaela Link aus dem Amerikanischen (Original) übersetzt, aber ich denke, dass der Stil auch in der englischen Originalverfassung mindestens genauso gut ist.

Mein Fazit

Ein tolles Science Fiction Buch, welches über eine junge Prinzessin und ihren angeblichen Mörder und deren von einander unabhängige Flucht erzählt. Es bahnt sich zwar ein Krieg an, aber es ist kein Buch in dem es um einen Krieg zwischen Planeten geht. Der Schreibstil und die Protagonisten konnten mch total überzeugen, deshalb kann ich das Debüt von Rhoda Belleza nur weiter empfehlen.

Ich vergebe für „Herrscherin der tausend Sonnen“ 5 von 5 möglichen Sternen!

 

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